Ortsdurchfahrt Unterrödel ist fertig

München, 13.05.2023

Verkehr rollt in Zukunft langsamer: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter gibt Pilotprojekt für den Verkehr frei

  • Pilotprojekt als Ersatz einer Ortsumgehung der Staatsstraßen 2225/ 2226
  • Fahrbahnverschwenkungen zur Regulierung der Geschwindigkeit
  • Ampel und Querungshilfen für Fußgänger sowie „Dauerblitzer“

 

Das hohe Verkehrsaufkommen mit rund 7.000 Fahrzeugen am Tag war lange Zeit eine große Belastung für die Bürgerinnen und Bürger von Unterrödel im Landkreis Roth. Mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt wurde nun Abhilfe geschaffen. Nach gut zweieinhalb Jahren Bauzeit hat Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Hilpoltstein, Markus Mahl, und dem Leiter des Staatlichen Bauamts Nürnberg, Andreas Eisgruber, die Straße wieder für den Verkehr freigegeben: „Der Verkehr kann jetzt wieder durch Unterrödel fließen, aber in Zukunft langsamer und leiser“, erklärte Bernreiter. „Außerdem kann die Straße jetzt viel sicherer überquert werden. Auch dank neuer Gehwege und attraktiver Straßenbegleitflächen ist der Umbau insgesamt eine wertvolle Bereicherung für Unterrödel!“ Gemeinsam mit der Stadt Hilpoltstein hat der Freistaat mehr als 6,5 Millionen Euro in den Umbau investiert.

Eine zur Entlastung übliche Ortsumfahrung für Unterrödel war durch die nachrangige Einstufung im Ausbauplan für Staatsstraßen längerfristig nicht absehbar. Deshalb hat sich die Stadt Hilpoltstein gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und der staatlichen Bauverwaltung für einen anderen Weg entschieden: Da die Rahmenbedingungen passten und für die Umgestaltung ausreichend Platz vorhanden war, sollte der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt mit Hilfe verschiedener Maßnahmen verlangsamt und Emissionen reduziert werden. Auch die Aufenthaltsqualität, der ÖPNV und der Fuß- und Radverkehr sollten bei einer Umgestaltung profitieren.

Beim Gesamtprojekt handelt es sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Hilpoltstein und des Freistaats Bayern. Bürgermeister Markus Mahl: „Durch das Zusammenwirken vieler Stellen ist es gelungen, die Verkehrssituation in Unterrödel für die Bewohnerinnen und Bewohner deutlich zu verbessern. Der motorisierte Verkehr kann nach wie vor ungehindert fließen, die Verkehrssicherheit für die Fußgänger und Radfahrer aber deutlich erhöht werden. Dies lässt hoffen, dass bei der Umsetzung des städtischen Radverkehrskonzeptes das Thema „Verkehrswende“ ebenfalls verstärkt zur Umsetzung gelangt. Durch die Verlegung neuer Wasser-, Abwasserleitungen und Speedpipes für die Glasfaseranbindung gehören Großbaustellen im öffentlichen Bereich in Unterrödel nun über viele Jahrzehnte der Vergangenheit an.“

Angestoßen wurde die Durchführung des Projekts auch vom BUND Naturschutz, der insbesondere in der Startphase wertvolle Anstöße gegeben hat. Gernot Hartwig, Sprecher des Landesarbeitskreises Verkehr beim BUND Naturschutz in Bayern e. V.: „Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) kämpft vielerorts um den Erhalt hochwertiger, durch Umgehungsstraßen bedrohte Biotope. Wir kennen aber auch die Belastungen der Anlieger durch den ausufernden Verkehr. Das gemeinsame Pilotprojekt von Verkehrsministerium und BUND Naturschutz "Verkehrsberuhigte Ortsdurchfahrt Unterrödel" zeigt nun eine neue Alternative zu Ortsumfahrungen auf: Verkehrsberuhigung im Ort. Ortskerne und der Außenbereich der Orte lassen sich so erhalten, ebenso wie wertvolle Natur und der Naherholungsraum, was gerade im Hinblick auf die nötige Klimaanpassung wesentlich sein wird. Durch weniger Einsprüche können außerdem die Bauverfahren beschleunigt und oft auch die Kosten verringert werden.“

Gemeinsam haben alle Beteiligten ein intelligentes und ausgewogenes Konzept entwickelt: An den Ortseingängen gibt es jetzt große Verkehrsinseln mit geändertem Fahrbahnverlauf, der zu einer Reduktion der Geschwindigkeit führen soll. Für Fußgängerinnen und Fußgänger befindet sich im Ortszentrum eine Querungshilfe, an der Buswendeschleife steht eine Fußgängerampel und zusätzlich gibt es eine stationäre Tempo-Kontrolle, also einen „Dauerblitzer“. Um Lärm zu reduzieren, wurde ein lärmmindernder Fahrbahnbelag verbaut. Die Seitenbereiche wurden mit Unterstützung des Amts für Ländliche Entwicklung mit neuen Gehwegen und Straßenbegleitgrün aufgewertet. Außerdem wurde die Vollsperrung der Staatstraße auch dazu genutzt, die Fahrbahndecke der Staatstraße zwischen Unterrödel und dem Kränzleinsberg zu sanieren und in Teilbereichen eine regelkonforme Breite herzustellen.

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Unterrödel stellt somit einen Kompromiss zwischen den verkehrlichen Belangen für den Durchgangsverkehr der Staatsstraße und den Belangen des Ortes bzw. der Anwohnerinnen und Anwohner dar. „Das Pilotprojekt kann und muss zeigen, wie gut der Kompromiss gelingt“, so Verkehrsminister Bernreiter abschließend. „Das Staatliche Bauamt Nürnberg wird dafür die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt auswerten und die Verkehrsentwicklung in Unterrödel auch in Zukunft genau im Blick behalten. Diese Lösung wird sicherlich nicht generell auf andere Orte übertragen werden können, könnte aber künftig ein weiteres Mittel der Wahl in vergleichbaren verkehrlichen Situationen sein.“

Weitere Informationen finden Sie auf folgender Internetseite: https://info-hip.de/unterroedel/