Überführung der Kreisstraße LIF2 im Zuge der Bundesautobahn A 73 bei Lichtenfels
© Rolf Döring

Brückenbau

Aufgabe der Bayerischen Straßenbauverwaltungen ist es, dafür zu sorgen, dass unser Straßennetz sicher und leistungsfähig ist. Da das Güterverkehrsaufkommen weiter stark anwachsen wird, muss unser Straßennetz zukunftsfähig sein. Eine Schlüsselrolle kommt den Brückenbauwerken zu, die unter dem Aspekt der Befahrbarkeit durch den Schwerverkehr die kritischen Punkte im Straßennetz darstellen. Die Bayerische Straßenbauverwaltung ist für die Planung und den Bau von neuen Brücken im Zuge von Bundes-, Staats- und den mitverwalteten Kreisstraßen sowie für die Erhaltung des Bestandes von ca. 11.450 (Stand Januar 2021) Brückenbauwerken in Bayern zuständig. Mit der Gründung der Autobahn GmbH des Bundes zum 01.01.2021 sind rund 3.650 Brücken im Zuge der Autobahnen aus der Verwaltung des Freistaats Bayern in die Bundesverwaltung übergegangen.

Brückenerhaltung

B 23, Teilerneuerung Echelsbacher Brücke
© BSEAirpix, Sebastian Jahn

Um die ständige Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit der Ingenieurbauwerke zu gewährleisten, werden diese einer regelmäßigen, fachkundigen Überwachung und Prüfung unterzogen. Grundlage für die Bauwerksprüfung ist die Norm DIN 1076 "Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen; Überwachung und Prüfung" (Ausgabe November 1999). Danach wird zwischen Hauptprüfungen, Einfachen Prüfungen, Prüfungen aus besonderem Anlass (Sonderprüfung), Besichtigungen und den laufenden Beobachtungen unterschieden.

Ein Großteil der Brücken in Bayern wurde in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren gebaut. Für diese Brücken stehen jetzt altersbedingt die ersten größeren Instandsetzungsmaßnahmen an. Gleichzeitig entsprechen viele dieser Bauwerke hinsichtlich der Tragfähigkeit oft nicht mehr den heutigen Anforderungen, so dass sie modernisiert werden müssen. Bei der Planung dieser Bauwerke war die Vervielfachung des Schwerverkehrs im Lauf der letzten Jahrzehnte nicht vorauszusehen. Verschärft wird das Problem zusätzlich durch die überproportionale Zunahme der Großraum- und Schwertransporte.

Brückenmodernisierung / -ertüchtigung

Mit der Einführung der "Nachrechnungsrichtlinie" hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Bundesländer aufgefordert bei den in einer von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellten Liste aufgeführten Bauwerken die Tragfähigkeit nach den neusten Erkenntnissen zu überprüfen und Konzepte für die Ertüchtigung des Bauwerksbestandes zu entwickeln. Die Bayerische Straßenbauverwaltung hat ein Gesamtkonzept erarbeitet, das neben der laufenden Brückenunterhaltung und Instandsetzung auch die Modernisierung / Ertüchtigung und soweit zweckmäßig und wirtschaftlich die Erneuerung des Brückenbestandes beinhaltet. Neben der vordringlichen Behandlung kritischer Einzelbauwerke richtet sich der Fokus auf eine netzorientierte Tragfähigkeitsverbesserung.

Regelwerke

Normen und Technische Regelwerke für die Planung, den Bau, den Betrieb sowie die Erhaltung von Ingenieurbauwerken und Brücken stellen sicher, dass die Bauten unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit technisch und verkehrlich einwandfrei geplant, hergestellt und unterhalten werden und den gesetzlichen Anforderungen für Sicherheit und Ordnung entsprechen. Eine Übersicht über das Regelwerk im Brückenbau steht auf der Internetseite der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur Verfügung.

Bauwerksgestaltung

B 289, Talbrücke über die Schorgast
© Atelier Feldrapp, Naila

Das Thema "Baukultur" rückt seit einigen Jahren wieder verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ingenieurbauwerke, insbesondere Brücken, sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Infrastruktur. Sie prägen unsere Umwelt und können das Bild unserer Städte und unserer Kulturlandschaft aufwerten und bereichern.

Der Schlüssel für gut gestaltete Brücken liegt im interdisziplinären Handeln. Ingenieure, Architekten und Landschaftsplaner sind gefordert, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die den Ansprüchen an die Baukultur gerecht werden. Hier hat die Bayerische Staatsbauverwaltung mit der Zusammenlegung der Hochbauämter mit den Straßenbauämtern im Rahmen der Verwaltungsreform 21 gute Voraussetzungen geschaffen, können sich doch nun die Straßenplaner oder Brückenbauer auf kurzem Wege mit den Architekten und Landschaftsplanern austauschen. Daneben werden bei den Ingenieurbauwerken auch interdisziplinäre Gestaltungswettbewerbe durchgeführt, um bei exponierten Bauwerken besonders gute Lösungen zu finden.