Zusätzliche Expertise für ÖPNV in Bayern

München, 01.07.2021

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer: "Ziel ist Wahlfreiheit der Verkehrsmittel für alle Menschen in Bayern" - Zukunftsrat ÖPNV ist breit aufgestellt

  • Bestandsanalyse des Öffentlichen Personennahverkehrs in Bayern
  • Laufende Maßnahmen aufgreifen und weiterentwickeln
  • ÖPNV-Strategie 2030 soll nächstes Jahr vorgestellt werden

 

ÖPNV in der Stadt und auf dem Land, Digitalisierung und Klimaschutz: Damit hat sich der Zukunftsrat ÖPNV bei seiner heutigen Tagung befasst. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer: „Wir brauchen überall in Bayern passgenaue Angebote für die Menschen. Dazu müssen wir vernetzt denken und die Chancen der Digitalisierung nutzen. Schließlich geht es beim ÖPNV auch um aktiven Klimaschutz. Mir ist es deswegen wichtig, dass der Zukunftsrat ÖPNV möglichst breit aufgestellt ist. Alle Akteure sollen ihre Erfahrungen und ihre Expertise einbringen. Deswegen will ich auch besonders auch die junge Generation und die Senioren einbinden.“

Der Zukunftsrat ÖPNV wird in neuer Besetzung auf Basis einer vom Verkehrsministerium in Auftrag gegebenen und mitentwickelten Bestandsanalyse des Öffentlichen Personennahverkehrs gezielt neue Lösungsansätze in den Bereichen Infrastruktur, Fahrzeuge, Angebot, Tarif, Innovation, Digitalisierung, Vernetzung, Organisation und Kommunikation entwickeln. „Die große Herausforderung ist, dass wir nicht einfach auf einem leeren Blatt ein neues System aufsetzen können“, erklärt Schreyer. „Wir müssen alle bereits laufenden Maßnahmen aufgreifen, weiterentwickeln, die Finanzierung sicherstellen und Wege zur Umsetzung beschreiben. Die Entwicklung der ÖPNV-Strategie ist also kein losgelöster Prozess.“ Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat den im Mai 2019 ins Leben gerufenen „Zukunftsrat Öffentlicher Personennahverkehr“ deswegen erweitert. Mit im Zukunftsrat vertreten sind nun die kommunalen Spitzenverbände, die beiden größten bayerischen Verkehrsverbünde MVV (München) und VGN (Nürnberg), kommunale und private Verkehrsunternehmen, die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die Deutsche Bahn sowie Nutzervertreter in Form eines Fahrgastverbandes, eines Kreisjugendrings, der Landesseniorenvertretung und des Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung.

Der ÖPNV kommt in Bayern nicht aus einer Hand. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind als kommunale Aufgabenträger für die Bestellung des allgemeinen ÖPNV zuständig. Hinzu kommt der schienengebundene öffentliche Personennahverkehr, den die Bayerische Eisenbahngesellschaft bestellt. Darüber hinaus gibt es Wechselwirkungen mit dem Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Mir ist wichtig, alle relevanten Akteure zusammenzubringen“, so die Verkehrsministerin. „Wir wollen möglichst viele Perspektiven in den Prozess einbringen und den Menschen in den Vordergrund der Strategiefindung stellen. Parallel zum Zukunftsrat ÖPNV habe ich deswegen auch die Veranstaltungsreihe ‚Im Gespräch mit Kerstin Schreyer‘ gestartet, in der wir uns die Anliegen der Fahrgäste und auch gezielt die der jungen Menschen angehört haben. Mein großes Ziel ist die Wahlfreiheit der Verkehrsmittel für alle Menschen in Bayern.“

Denn die Ansprüche an den ÖPNV sind sehr unterschiedlich und haben sich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auch verändert. Ministerin Schreyer: „Wir haben eigens eine Studie zum Verkehrsverhalten nach Corona in Auftrag gegeben. Sie zeigt deutlich, dass die Menschen nicht mehr so gedrängt in den Verkehrsmitteln unterwegs sein und auch gerne auf andere Fahrzeiten ausweichen wollen. Dazu brauchen wir eine sehr gute Infrastruktur. Wir schaffen deswegen ein besseres Angebot, indem wir in Metropolen wie zum Beispiel München und Nürnberg den Bahnbetrieb massiv ausbauen und den Takt verdichten. Im ländlichen Raum ist die Situation völlig anders. Hier brauchen und fördern wir bedarfsorientierte Angebote wie Rufbus oder Anrufsammeltaxi. Auch im Bereich der Digitalisierung gehen wir in großen Schritten weiter. Bayernweit organisieren wir das Projekt ‚Ein Klick – Ein Ticket‘, also einen Landestarif für überregionale Verbindungen. Mit solchen klugen Systemen schaffen wir einen echten Mehrwert für die Fahrgäste. Schließlich wollen wir, dass noch mehr den ÖPNV nutzen. Weil der Klimaschutz immer wichtiger wird, ist es unsere Verantwortung als Politik, dass wir unsere Themen klug mit der Ökologie verbinden. So haben wir 2020 allein für den Kauf von neuen Bussen rund 53 Millionen Euro Fördermittel in die Hand genommen. In den vergangenen drei Jahren haben wir mehr als 2.000 Busse gefördert, damit wir auch in Städten mit hoher Stickoxidbelastung besser werden. Gemeinsam wollen wir beim ÖPNV ein großes Stück vorankommen.“

Nächstes Jahr soll ÖPNV-Strategie 2030 für den Freistaat Bayern der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ihre Umsetzung soll das mobile Leben für alle Menschen im Freistaat nachhaltig bereichern.