Erneuerung der Talbrücke Bergen im Zuge der A 8
© Autobahndirektion Südbayern

Straßenbau und -erhaltung

Die Bayerische Staatsbauverwaltung ist verantwortlich für Straßenbauausgaben des Freistaats und des Bundes in Höhe von mehr als 2,4 Milliarden Euro pro Jahr. Damit werden Planung, Ausbau, Erhaltung und Betrieb der rund 23.000 Kilometer Autobahnen, Bundesstraßen und Staatsstraßen in Bayern finanziert, einschließlich 14.500 Brückenbauwerken, 360 Kilometer Lärmschutzwänden und 61 Straßentunnel. Außerdem unterstützt und fördert der Freistaat mit seiner Bauverwaltung die bayerischen Landkreise, Städte und Gemeinden jährlich mit mehr als 500 Millionen Euro über pauschale Zuweisungen und Projektförderung im Kommunalstraßenbau.

Die Prognosen sagen voraus, dass der Verkehr weiter zunehmen wird. Daher sind insbesondere Kapazitätserweiterungen an den Autobahnen, der Bau von Ortsumgehungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit notwendig wie beispielsweise der Bau von Radwegen.

Der Fokus liegt aber, wie schon in den letzten Jahren, auf der Erhaltung des bestehenden Straßennetzes mit seinen Bauwerken. Ein modernes Erhaltungsmanagement steuert Unterhaltung, Instandsetzung und Erneuerung der Bundesfern- und Staatsstraßen. Ausgehend vom aktuellen Ausbauzustand, der Verkehrsbelastung und dem Unfallgeschehen, erstellt die Bayerische Straßenbauverwaltung ein mehrjährige Erhaltungsprogramme und setzt diese im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten um.

Neue Wege beschreitet die Bayerische Straßenbauverwaltung seit einigen Jahren mit öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) und Funktionsbauverträgen. So wurde die A 8 zwischen Ulm und München nach dem sogenannten A-Modell sechsstreifig ausgebaut. Hier sind Ausbau, Erhaltung und Betriebsdienst für 30 Jahre sowie die Finanzierung einem Konzessionsnehmer übertragen, der dafür die auf seinem Streckenabschnitt anfallenden Mauteinnahmen erhält. Für den Neubau der A 94 wurde im November 2015 der Auftrag für das ÖPP-Projekt Forstinning – Marktl nach dem Verfügbarkeitsmodell vergeben, das eine Vergütung auf Grundlage von Leistungsanforderungen vorsieht. Als weiteres Verfügbarkeitsmodell ist der sechsstreifige Ausbau der A 3 zwischen den Autobahnkreuzen Biebelried und Fürth / Erlangen in Vorbereitung. Auch im Staatsstraßenbau wurden Erfahrungen mit ÖPP-Modellen gesammelt, darunter auch mit haushaltsfinanzierten Funktionsbauverträgen.

Technisches Regelwerk

Für Planung, Bau, Erhaltung und Betrieb der Straßen besteht ein umfangreiches technisches Regelwerk, das von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) erarbeitet wird. Die Bayerische Straßenbauverwaltung bringt ihre Erfahrungen in den Fachgremien der Forschungsgesellschaft bei der Erstellung und Überarbeitung der Regelwerke ein. Darüber hinaus bestehen für die Ausschreibung von Bauarbeiten umfangreiche Regelwerke.

Projekte

In Bayern sind 19 Staatliche Bauämter und zwei Autobahndirektionen für den Bau und die Erhaltung der Bundes- und Staatsstraßen beziehungsweise der Autobahnen zuständig. Die Bauarbeiten werden von Baufirmen durchgeführt. Wir haben für Sie eine Auswahl an aktuellen Projekten zusammengestellt.